Die Wettkampfberichte der Saison 2007!
NEUE BILDER ONLINE !
Franz, unsere "House Mouse" belegt beim Extremradrennen FURNACE CREEK 508 in den Wuesten Kaliforniens den hervorragenden SIEBENTEN GESAMTRANG im 120 Mann starken Teilnehmerferfeld, GEWINNT die KLASSE der UNTER 30 JAEHRIGEN ÜBERLEGEN und qualifiziert sich damit nach dem Regelement der Ultra Marathon Cycling Association (UMCA), dh. kein Winschattenfahren, für das Race Across America (RAAM) !
Am Samstag dem 6. Oktober startete um 7.00 Morgens Ortszeit etwas nördlich von Los Angeles eines der schwersten Radrennen auf diesem Planeten. Schon die Eckdaten lassen erahnen welch unglaubliche Leistung von den Athleten gefordert wird. 812 km und mehr als 11.000 Höhenmeter durch absolut lebensfeindliche Umgebung. Das Death Valley, das sagenumwobene Tal von Badwater mit dem tiefsten Punkt der westlichen Hemisphäre und die unbarmherzige Mojave Wüste waren nur einige der „Besonderheiten“ auf diesem Kurs. Dazu kamen noch unvorhersehbare Begegnungen mit Wildhunden, Vogelspinnen und Klapperschlangen, sowie ein Straßenbelag der in Österreich nicht einmal auf einer Forststraße Verwendung finden wuerde.
Wir (Heidi, Juergen und ich) mussten schon kurz vor dem Start mit dem Pace Car Konvoi etwa 20 Meilen vorausfahren, um ein Verkehrschaos zu verhindern. Kurz nach Santa Clarita bogen wir links in die San Franciscito Canyon Road ein und innerhalb von 2-3 Kilometern waren wir komplett in der Wildnis. Die Landschaft veränderte sich schlagartig.
Fakten: RAD AM RING - 24 Stunden Rennen
Rundenlänge: 22 km
Höhenmeter / Runde: 550
absolvierte Runden / KM / HM: 24 Runden / 528 km / 13.500 HM
Nürburgring, Nordschleife, Hohe Acht, Niki Lauda...
Viel mehr wussten wir bis dato auch nicht über den Nürburgring zu berichten.
Zum Glück gibt es aber auch eine schöne Radveranstaltung am Nürburgring! Die nennt sich Rad am Ring und ist dafür verantwortlich dass wir uns etwas näher mit diesem Mekka für Motor- (und auch Rad) Sportler befassten. Norschleife heisst die sagenumwobene Strecke auf welcher es 24 Stunden seine Runden zu drehen galt. Hinter dem unspektakulären Begriff versteckt sich eine 22 km lange Runde mit 550 Höhenmeter. Was das ganze für einen Alpenländer wie Franz etwas erschwerte war die Tatsache dass man dort aber keine Berge kennt sondern maximal Hügel. Und die haben Steilrampencharakter. "Hohe Acht" nennt sich so ein magischer Ort, und ist für einen Freund der Berge (wie es Franz nunmal ist) eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Aber der Reihe nach:
Die Anreise alleine ist schon so eine Sache. Knapp 900 Kilometer im Auto können auch ganz schön an der Substanz zehren, und wir alle waren froh nach knapp 10 Stunden Fahrerei quer durch Deutschland die Blechkiste verlassen zu können. Einquartiert waren wir in Adenau, einem netten Städtchen direkt am Nürburgring.
Franz fuhr bei seinem Zweiten Glocknerman
ein tolles Rennen und konnte seinen Vizeweltmeistertitel in der Klasse M30 erfolgreich verteidigen. Er absolvierte die 1017 km und 15.700 Höhenmeter in 39 Stunden und 12 Minuten!
Hier der Race Bericht, einige Bilder in der BILDERGALERIE und das Statement von Franz:
Um 3:12 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag erreichte Franz (aex aequo mit T.Ratschob, G.+H. Turnovsky) das Ziel in Graz. Genau 39 Stunden und 12 Minuten benötigte er, und konnte somit seine Zeit aus dem Jahr 2005 um 4 Stunden und 45 Minuten verbessern. Das bedeutet Rang III insgesamt und Rang II (und somit den Titel VIZEWELTMEISTER) in der Klasse Unter 30!
Das Rennen startete Donnerstag um 10:00 Uhr am Grazer Karmeliterplatz. Neutralisiert ging es dann über den Schwarzl See bis nach Preding wo das Rennen gegen 12:35 Uhr offiziell freigegeben wurde.
Bei der ersten Steigung nach Kitzeck musste Franz die Spitzengruppe ziehen lassen. Das Tempo war sehr hoch, und wir wollten in Bezug auf Franz´ Probleme mit den Atemwegen kein Risiko eingehen. Die Pollenbelastung ist zu dieser Jahreszeit noch immer immens, dadurch entschieden wir uns auch erstmal einen Rythmus zu finden und dann kontinuierlich Tempo zu machen.
Fotos gibt es HIER !
Nachdem die meisten sicher das offizielle Statement gelesen haben, folgt hier ein kleiner Erlebnisbericht (ohne Erklärungen und medizinischer Fachsimpelei) von meiner Teilnahme am Raid Provence.
Die Anreise erfolgte per Auto über Venedig, Turin, Monaco, nach Saint Remy!
Das kleine verträumte Städtchen liegt zwischen Aix en Provence und Avignon, und verkörpert so ziemlich genau das was wir uns an Provence Klischees erwarten. Boccia spielende Männer am Gemeindeplatz, Rotwein, Lavendel und Pastelltöne soweit das Auge reicht.
Nach dem ersten finanziellen Schock (62,- Euro Mautgebühr) hatten wir noch ein wenig mit unserer Vermieterin zu verhandeln, nachdem das eine der beiden Doppelzimmer Besenkammercharakter hatte. Mangels unserer französischkenntnisse gestaltete sich das ganze zu einer pantomimischen Meisterleistung und letztendlich konnten wir auch die Unterbringung als gesichert verbuchen.
Den Abend liessen wir dann gemuetlich ausklingen. Freitag vormittags lockerte ich meine Muskeln noch ein wenig am Rad, während Michi, Heidi und Tom das Pace Car startklar machten, und letzte Besorgungen erledigten.
Am Nachmittag gings dann auf ein Bier mit Guus Moonen (Le Tour Ultime), und im Anschluss gab es das obligatorische Race Briefing.
Mittlerweile hatte sich auf Franz Venier und sein Team zu uns gesellt und wir hatten recht viel Spass unter den fast ausschliesslich französisch sprechenden Veranstaltern und Officials.
Samstag um 9.00 Uhr erfolgte dann der (in)offizielle Start in Saint Remy wobei die ersten 50 Kilometer mehr oder weniger neutralisiert gefahren wurden, nachdem die Strecke von Saint Remy nach Malaucene rund um Avignon führt, und ein Labyrinth vergleichsweise harmlos gegen das provenciale Strassennetz erscheint.
In Malaucene erfolgte dann der offizielle Start und die Post ging ab. Das Wetter hielt sich diesmal genau an die Prognosen und pünktlich zur Auffahrt auf den Mont Ventoux verdunkelte sich der Himmel, und ein gewaltiger "Wetter"Wind kündigte das bevorstehende Inferno an.
Am Gipfel des Ventoux war mittlerweile Nacht, obwohl es erst 13:00 Uhr war. Der Himmel schwarz, orkanartiger Wind, Hagel, strömender Regen und dichter Nebel. Vom Veranstalter Patrick erhielten wir am Gipfel die Anweisung 5 km ins Auto einzusteigen, weil ein Abfahren auf der von Hagelkörnern übersääten Strasse nahezu unmöglich gewesen wäre.
Die 10 Minuten im Auto waren zwar angenehm, doch auch 5 km sind mal zu Ende und somit stellte ich mich wieder den Elementen. Die restliche Abfahrt vom Ventoux wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, immerhin wurde ich gut und gerne 15 Kilometer immer wieder von Hagelkörnern am Rücken "massiert". Letztendlich ging der Hagel im Tal dann aber doch in strömenden Regen über und das Radfahren wurde wieder ein bisschen angenehmer!
Langsam aber sicher besserte sich das Wetter, was blieb waren orkanartige Sturmböen die prinzipiell immer gegen meine Fahrtrichtung bliesen. Wahrscheinlich auch eines von Murphy´s Gesetzen. Trotz schwindender körperlicher Möglichkeiten war die Landschaft schon sehr eindruckvoll, vorallem die kleinen verträumten Ortschaften hatten es mir schon bei der Tour Ultime im letzten Jahr angetan. Auch die letzten "aktiven" Kilometer im Canyon von Verdon entschädigten die zu diesem Zeitpunkt schon starken Beschwerden mit meiner "Luftversorgung" zumindest ein bisschen. Letztendlich musste ich wie erwähnt das Rennen aus medizinischen Gründen abbrechen.
Nach einer kurzen Ruhepause im Pace Car begleiteten wir die Konkurrenz noch ein wenig durch die Schluchten von Verdon, ehe wir uns Mitten in der Nacht Richtung Saint Remy aus dem Staub machten, wo wir die Nacht verbrachten und Sonntag Vormittag die Heimreise antraten.
